Schnitzel – The one and only!

Hier ist er nun also endlich, mein erster „richtiger“ Blogpost. Und welches Gerichte wäre geeigneter als mein Leibgericht: Frankfurter Schnitzel. Viele von euch werden damit vermutlich erst einmal gar nicht viel anfangen können, daher zunächst ein paar erklärende Worte. Was das Frankfurter Schnitzel ausmacht, ist keineswegs das Fleisch, sondern seine wohlschmeckende Beilage – die traditionelle Frankfurter Grüne Soße. Sie ist aus der lokalen Küche nicht wegzudenken und kommt seit ich 2009 nach Frankfurt gezogen bin auch regelmäßig bei uns auf dem Tisch. Die klassischen Kräuter sind Schnittlauch, Borretsch, Pimpinelle, Kerbel, Sauerampfer, Petersilie, Kresse. Angebaut werden die Original-Kräuter in Frankfurt-Oberrad, unter anderem auf dem Hof von Gerd-Peter Huber, der damit auch den Margaretenhof in Karben beliefert.

Grüne Soße Kräuter vom Huber-Hof in Frankfurt-Oberrad
Grüne Soße Kräuter vom Huber-Hof in Frankfurt-Oberrad
Ob so ein Smoothie aus Grüne Soße Kräuter wohl auch schmeckt?
Ob so ein Smoothie aus Grüne Soße Kräuter wohl auch schmeckt?

In der Regel sind 200g frische Kräuter in einem Päckchen – Je nach Wohnort ist es vermutlich nicht ganz so leicht, an die Zutaten zu kommen. Im Notfall gehen auch die gefrorenen Kräuter (die sind sogar schon geschnitten) – Das bessere Ergebnis liefern aber eindeutig die frischen Zutaten. Nun ist es an euch, das Ganze von Hand zu schneiden oder euch einer Küchenmaschine zu bedienen. Ich habe meinen treuen Freund, den Thermomix, benutzt. Nach nur 10 Sekunden waren die Kräuter auch schon verarbeitungsfertig.

10 Sekunden hat der Thermomix gebraucht, m die Kräuter für die Verarbeitung vorzubereiten.
10 Sekunden hat der Thermomix gebraucht, um die Kräuter für die Verarbeitung vorzubereiten.

Dann kann es auch schon weitergehen – Was genau in die grüne Soße kommt, ist nicht in Stein gemeißelt und ein bisschen dem eigenen Geschmack überlassen. Die einen mögen Mayonnaise und die anderen eben nicht. Da muss man einfach mal ein bisschen rumprobieren. Am besten schnmeckt’s übrigens wenn man sie vor dem Verzehr ein paar Stunden im Kühlschrank durchziehen lässt. Ich nutze folgendes Rezept:

  1.  200g Naturjoghurt (ich nehme 1,5%)
  2.  200g Magerquark
  3.  200g Saure Sahne (oder Schmand oder Creme Fraiche)
  4.  100 ml Sahne (evtl. auch etwas mehr oder weniger, je nach Geschmack und Kalorienbedarf ;))
  5.  1 EL Senf (hier gab’s den guten Thüringer BORN Senf)
  6.  1/2 TL Zucker
  7.  1/2 – 1 TL Salz
  8.  1 EL Zitronensaft
Da bekommt man doch Lust auf mehr :)
Da bekommt man doch Lust auf mehr 🙂

Nun haben wir also den Frankfurter Teil des Rezeptes – Widmen wir uns dem mindestens genauso wichtigem Fleisch-Teil. Das A und O beim Schnitzel (und generell beim Kochen) sind hochwertige Zutaten. Damit meine ich nicht zwangsläufig preisintensive Zutaten (aber leider geht sehr hochwertig und gleichzeitig billig eher NICHT). Ein richtiges Wiener Schnitzel – und so halte ich es auch beim Frankfurter Schnitzel – ist vom Kalb. Also auf zum Metzger des Vertrauens und einige dünn geschnittene Kalbsschnitzel besorgen.

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Die werden dann fein trocken getupft, noch flacher geklopft (viele schwören ja auf ein Plattiereisen, ich bevorzuge ein herkömmliches mit Zacken) und dann von beiden Seiten mit Salz und Pfeffer gewürzt. Und dann geht der Spaß erst richtig los. Wir panieren 🙂 Erst werden die guten Stücke in Mehl gewälzt (überflüssiges Mehl wird abgeklopft), dann in verquiltem Ei gewendet (ich habe noch geschlagene Sahne untergehoben – macht die Panade etwas schmackhafter) und abschließend in Semmelmehl gewälzt (kann man sehr easy selbst machen aus Brötchen vom Vortag, oder nicht aufgebackenen Aufbackbrötchen). Beim Braten ist dann vor allem wichtig Butterschmalz zu verwenden und zwar VIEL- Hier nicht geizen – Die Schnitzel müssen im Fett schwimmen, damit die Panade schön aufgeht und luftig wird. Und dann bekommt man auch so ein Ergebnis wie im Bild unten.

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Als Beilage lieben wir gegrillte Kartoffelwürfel. Hierzu einfach frische Kartoffeln der Region holen, ordentlich putzen (nicht schälen – wir wollen ja die Vitaminchen), in kleine Würfel schneiden und in reichlich guten Olivenöl schwenken und etwas salzen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech und ab in den Ofen damit. Halbes Stündchen, 180 Grad.

Lasst‘ es euch munden 🙂

Na dann mal los!

  • „Ich verstehe nicht, dass du noch keinen eigenen Blog hast!“
  • „Eigentlich solltest du ein Restaurant aufmachen.“
  • „Hast du noch nie darüber nachgedacht, deine Leidenschaft auch mit anderen zu teilen?“

… so oder so ähnlich klingen regelmäßig Kommentare, dich ich von Freunden höre, die von meinem Hang zum Kochen und Backen wissen. Und zugegebenermaßen, die Idee, einen eigenen Food-Blog zu haben, schwebt mir schon seit geraumer Zeit im Kopf herum. Die Zubereitung  von kulinarischen Köstlichkeiten zählt für mich zu den schönsten Nebensachen der Welt – Sie entspannt mich um ein Vielfaches mehr als jede Massage dieser Welt und löst pure Glücksgefühle aus. Regelmäßig frage ich mich beim Anblick / Genuss der fertigen Leckereien, ob man sich in Essen verlieben kann. Ich denke ja! Pure Glückseligkeit stellt sich bei mir ein, wenn es etwas Gutes zu speisen gab. Dabei gerät das ein oder andere Problemchen, das einem gerade eben noch gedroht hat, den Tag zu vermiesen, dann auch schnell in Vergessenheit. Essen gut, alles gut 🙂

Getreu diesem Motto wird sich der Blog zwar zum Großteil um’s Essen drehen, aber auch die vielen anderen Dinge nicht unbeachtet lassen, die das Leben lebenswert machen.

Ich wünsche allen Besuchern ganz viel Spaß beim Lesen, freue mich immer über Feedback und Anregungen, Lesetipps und alles, was dazu gehört!

Auf die Gabeln, fertig, los!

Eure Zissi!